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Fledermäuse
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Wer von uns weiß schon etwas über die Biologie der Fledermäuse? Es gibt nicht viele Menschen, die sich mit dieser Tierart auskennen. Jedoch sind sie teilweise in unserer direkten Umgebung. Viele Menschen glauben immer noch, dass Fledermäuse blut saugen oder sich in den Haaren verfangen würden. Jedoch sind das eher Geschichten aus Märchen oder Sagen oder dieser Aberglaube ist bei vielen Menschen verhaftet. Was viele Menschen auch nicht wissen ist, dass es in Deutschland 23 Fledermausarten gibt. Alle diese Arten sind bedroht. Weltweit gibt es 900 Fledermausarten und 80 Flughundarten. Fledermäuse und Flughunde gehören zur Ordnung der Fledertiere. Die Fledertiere sind die zweitgrößte Säugetierordnung, nach den Nagetieren, auf der Erde. Fledermäuse gehören zu den Säugetieren und bringen lebende Jungen auf die Welt. Manche Arten können sogar das stolze Alter von 25 Jahren erreichen. In der Regel werden die Fledermäuse aber, je nach Art, 3 bis 5 Jahre bis etwa 13 oder 14 Jahre alt. Fledermäuse sind echte Traditionstiere, das heißt sie verbringen jeden Winter, jeden Sommer oder jeden Herbst am gleichen Platz. Manche Arten können sehr schnell fliegen. Dementsprechend spielt sich auch die Nahrungsaufnahme in der Luft sehr schnell ab. Viele Menschen glauben auch, dass Fledermäuse blind seien. Doch das ist nicht wahr, ihre Sehkraft ist allerdings nur auf hell-dunkel ausgelegt. Ihre Sehkraft reicht daher nur für die Nahorientierung aus. Ihre eigentliche Orientierung läuft über die Echoortung.
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Aber wo leben Fledermäuse?
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Fledermäuse leben je nach Jahreszeit und Art in natürlichen oder künstlichen Zufluchtsstätten. Dazu gehören beispielsweise Höhlen, Felsspalten, Dachböden, hohle Bäume, stillgelegte Bergwerke, alte Tunnels oder Bunker, Brücken oder in Gebäuden. Hier beispielsweise in der Dacheindeckung, in Mauerspalten oder Keller.
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Was fressen die Fledermäuse?
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Fledermäuse leisten
einen wichtigen Beitrag in der Natur. Sie regulieren
den Insektenbestand, da sie sich von Mücken,
Schnaken, Nachtfaltern, Schmetterlingen, Käfern und
Spinnen ernähren. So kann eine Fledermaus pro Nacht
etwa 1000 Mücken fressen, was etwa einem Drittel
ihres eigenen Körpergewichts entspricht.
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Warum sind Fledermäuse gefährdet?
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Fledermäuse benötigen eine vielseitig strukturierte Landschaft, in der sich auch ein breites Spektrum an Insektenarten entwickeln kann. Diese Gebiete sind ideale Jagdgebiete für diese Tiere. Besonders alte Baumbestände an Obstbäumen, Buschreihen, Blumenwiesen und naturnahe Gewässer erfüllen dieses Kriterium. Leider werden diese Gebiete in unserer Landschaft immer seltener. Schuld daran ist leider der Mensch, der für die zunehmende Bebauung von Naturgebieten sorgt oder Landschaften von alten Bäumen oder Büschen befreit. Auch Gewässer erscheinen heute oft zu steril. Durch Betoneinfassungen wird der naturnahe, ursprüngliche Charakter eines Gewässers zerstört. Die Nahrungsquellen der Fledermäuse gehen verloren. Oftmals werden Feuchtgebiete trockengelegt, Obstbäume entfernt oder der Laubwald wird in Nadelwald umgewandelt. Für viele Insekten wird dadurch die Nahrungsgrundlage entzogen. Fledermäuse benötigen
so genannte Leitlinien in unserer Landschaft. Das bedeutet sie sind auf Objekte in ihrer Umwelt angewiesen, an denen ihre Echos reflektiert werden können und an denen sie sich orientieren. Dazu gehören beispielsweise Baumreihen, Zäune, Gewässer, Buschreihen, oder ähnliches. Werden diese Leitlinien zum Beispiel durch das Entfernen von Bäumen oder Büschen unterbrochen, können auch Fledermäuse das Gebiet nicht mehr überfliegen. Eine Verinselung der Kolonien tritt ein und sie können sich nicht mehr in anderen Gebieten mit ihren Artgenossen paaren. Fledermäuse leiden auch an der Verknappung ihrer Quartiere. Hohle Bäume werden gefällt, Dachstühle von Gebäuden werden ausgebaut oder abgedichtet, die Fugen alter Steinbrücken werden verputzt oder unterirdische Winterquartiere aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. Zudem sind häufige Störungen der Fledermäuse gerade im Winter für die Tiere sehr schädlich. Durch Störungen wachen die Tiere aus ihrem Winterschlaf auf. Dadurch gehen wertvolle Fettreserven verloren, die sie benötigen, um den Winter zu überstehen. Verlieren sie diese, so sterben sie an Erschöpfung bevor der Frühling neue Nahrung mit sich bringt. Auch im Sommer können Störungen das Verlassen des Quartiers bedeuten. Der Nachwuchs eines ganzen Jahres kann unter Umständen verloren gehen. Auch sind Fledermäuse von Giften in unserer Umwelt gefährdet. Werden Felder beispielsweise mit Pestiziden gespritzt, so nehmen Insekten diese auf. Fledermäuse fressen diese Insekten. Die Folge ist, dass auch Fledermäuse vergiftet werden oder steril werden.
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Wie können Sie Fledermäusen helfen?
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Versperren Sie Fledermäusen nicht den Zugang zu ihren Quartieren, wie zum Beispiel zu Ihrem Speicher
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Verzichten Sie auf die Benutzung von giftigen Produkten zur Holzschutzbehandlung und in ihrem Garten
Fällen Sie keine hohlen Bäume
Bauen Sie Fledermauskästen
Erhalten Sie naturnahe Landschaften und Gärten
Dichten Sie nicht den Zugang in Ihrem Gewölbekeller ab: ein Spalt von 5 cm Breite genügt als Durchschlupf für viele Arten
Wenn Sie Baumaßnahmen an Ihrem Haus durch führen wollen, setzen Sie sich mit Fledermausschützern Ihrer Umgebung in Verbindung und fragen Sie nach fledermausfreundlichen Baumöglichkeiten oder Alternativen
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Wenn Sie Fragen zum Thema Fledermäuse haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bei Bedarf stelle ich Ihnen auch gerne einen Kontakt zu den regionalen Fledermausschützern her. Vielleicht haben Sie selber Fledermäuse im Haus? Oder Sie wissen, wo sich ein Quartier befindet? Für Hinweise bin ich Ihnen dankbar. Möchten Sie ein Projekt mit Ihrer Schulklasse, Ihrem Verein oder Ihrem Betrieb zum Thema Fledermäuse durchführen? Oder suchen Sie jemanden für einen Fledermausvortag oder eine Fledermausexkursion? Dann schreiben Sie mir unter info@natur-netzwerk.de
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